Ergebnisse der HAFO-Pilotstudie KOPA

Können Patient*innen erfolgreicher mit dem Rauchen aufhören, wenn sie neben einer hausärztlichen Kurzberatung kostenfrei unterstützende Arzneimittel erhalten? Genau dieser Frage ist unsere Hafo-Pilotstudie KOPA nachgegangen.

Studiendesign

Zwischen 2023 und 2024 haben 24 Hausarztpraxen mit insgesamt 229 Patient*innen an der Untersuchung teilgenommen. In den Praxen arbeiteten Ärzt*innen und MFAs im Tandem. Die Praxen wurden zufällig einer Kontroll- oder Interventionsgruppe zugeteilt.
In beiden Gruppen erhielten die Patient:innen eine Kurzberatung nach der ABC-Methode sowie über die Möglichkeit der Unterstützung des Rauchstopps durch Arzneimittel. Die Interventionsgruppe erhielt zusätzlich das Angebot, kostenfrei Arzneimittel zur Tabakentwöhnung zu nutzen, finanziert vom Studienzentrum.

Datenerhebung

Zu Beginn sowie nach 12 Wochen wurden Fragebögen zum Rauchverhalten seitens der Patient:innen erhoben. Wer nach 12 Wochen angab, rauchfrei zu sein, wurde zur Bestätigung der Rauchfreiheit gebeten den individuellen Kohlenmonoxidwert (CO-Wert) durch Pusten in ein Messgerät bestimmen zu lassen.

Ergebnisse auf einen Blick

Interventionsgruppe

  • 13 Praxen, 129 Patient*innen
  • unternahmen häufiger einen Rauchstoppversuch (→ Abbildung 1)
  • nutzten deutlich häufiger Arzneimittel zur Unterstützung, v. a. Nikotinkaugummis und -pflaster (→ Abbildung 2)
  • 22 % waren nach 12 Wochen bestätigt rauchfrei

Kontrollgruppe

  • 11 Praxen, 100 Patient*innen
  • 15 % waren nach 12 Wochen rauchfrei (→ Abbildung 3)
  • In der statistischen Auswertung war der Unterschied in der CO-validierten Rauchfreiheit nicht signifikant (Odds Ratio = 1,07, 95% Konfidenzintervall = 0,25-4,58).
  • Gute Informationsmaterialien helfen bei der Durchführung
  • Klare Aufgabenverteilung ist wichtig
  • Gute Vorbereitung mit IT-Support und Schulungen erleichtert den Start

Fazit

Entsprechend der Empfehlung der S3 Leitlinie bleibt die ärztliche Kurzberatung ein zentraler Bestandteil der Tabakentwöhnung in der Hausarztpraxis. Der unterstützende Einsatz mit Arzneimitteln sollte – auch bei Eigenfinanzierung – mit Patient:innen thematisiert und gemeinsam entschieden werden.